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ERFAHRUNGSWISSEN

Durch bloßes logisches Denken vermögen wir keinerlei Wissen über die Erfahrungswelt zu erlangen; alles Wissen über die Wirklichkeit geht von der Erfahrung aus und mündet in ihr.         Albert Einstein

Erfahrungswissen kann in zwei Kategorien klassifiziert werden: In explizites und in implizites Wissen. Explizites Wissen ist ein formal zu beschreibendes oder „in Worte zu fassendes“ Wissen. Dieses Wissen existiert bereits in unterschiedlicher Form, wie zum Beispiel in Büchern, Datenbanken, CDs und Ähnlichem oder ist seinem Besitzer zumindest bewusst. Dieses Wissen lässt sich leicht austauschen, auch andere Menschen können damit unmittelbar umgehen. Implizites Wissen hingegen entzieht sich dem formalen sprachlichen Ausdruck. Diese Form von Wissen basiert auf Erfahrungen, Erinnerungen und Überzeugungen oder wird geprägt durch ein persönliches Wertesystem. Implizites Wissen ist ein entscheidender Bestandteil menschlichen Verhaltens.

EXPLIZITES WISSEN

Explizites Wissen bedeutet verallgemeinert über etwas Bescheid zu wissen. Explizites Wissen ist einem Menschen bewusst. Wenn dieses Wissen z.B. vergessen wurde, kann man sich es erneut aneignen. Diese Form des Wissens ist z. B. Orientierungswissen über historische oder kulturelle Sachverhalte. Es spielt in unserem Kulturkreis, besonders seit der Moderne, eine wichtige Rolle.
Explizites Wissen, das Wissen über Sachverhalte, bezieht sich auf Informationen, die interessierten Menschen bekannt sein können. Die Fülle des expliziten Wissens hat SOKRATES zu dem Satz veranlasst: Ich weiß, dass ich nichts weiß – anders ausgedrückt, bedeutet es … von dem, was ich explizit nicht weiß, behaupte ich auch nicht, es zu wissen.

IMPLIZITES WISSEN

Implizites Wissen bezieht sich auf unser Können und unsere Handlungen, ohne dass wir dafür Erklärungen haben müssen. Das implizite Wissen kann folgendermaßen differenziert werden:

  • Körperliches Wissen, z. B. von Bewegungsabläufen (Golf spielen, Tanzen, Fahrrad fahren)
  • Heuristisches Wissen ist das Gewohnheitswissen, es ist das Eingebettetsein in Abläufe und auch Rituale, die nicht mehr hinterfragt werden. Wenn wir etwas tun oder erschaffen, dann verwirklicht sich in diesen Tätigkeiten die heuristische Form des impliziten Wissens, deren Ergebnis erst im Rückblick bewusst wird. Beispiele für das Gewohnheitswissen sind diverse Aktivitäten eines Tages.
  • Implizites Wissen drückt sich auch in unseren Intuitionen aus, ohne die ein Mensch nichts erreichen kann. Die Fülle des intuitiven Wissens jedes Einzelnen ist explizit nicht berechenbar, weil zu viele Faktoren zu berücksichtigen wären. Diese Offenheit des intuitiven Erfahrungswissens garantiert Individualität. Ein Aspekt von Individualität ist Intuition, sie kennzeichnet einen kreativen Menschen, der ohne viel nachzudenken handelt und dennoch richtig handelt. Intuitives Wissen wird in der Philosophie als Staunen bezeichnet – wir ahnen, wie etwas sein könnte.

Wenn wir uns intuitiv zu einer Handlung entscheiden, wenn wir automatisierte Bewegungen durchführen, dann geschieht dies gleichsam ohne eigenes Zutun aus uns heraus. Implizites Wissen drückt sich in dem Satz von Michael Polanyi aus: Wir wissen mehr, als wir zu sagen wissen!

Der englischer Philosoph Gilbert Ryle bezeichnete implizites Wissen folgendermaßen:
„Wenn jemand etwas tut, ohne sich an einen vorausgegangenen Handlungsplan erinnern zu können und wenn seine Handlungen normalerweise als ein Fall von intelligentem Handeln betrachtet werden, so hat er unbewusst einen Plan entwickelt, und die in seinem Plan herangezogenen Regeln kennt er implizit.“

Menschen in Unternehmen, die wir als Wissensarbeiter bezeichnen, treffen 3/4 ihrer Entscheidungen basierend auf implizitem Wissen. Das heißt, dass nur 1/4 der Entscheidungen aufgrund von explizitem Wissen, also informationstechnisch zu verarbeitendem Wissen getroffen werden.

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